Verbotene Künste

Verbotene Künste

Wer wie ein echter Nekromant des Mittelalters zaubern lernen möchte, dem sei der Liber incantationum, exorcismorum et fascinationum variarum aus dem 15. Jahrhundert ans Herz gelegt. Nur wenige Werke dieser Art haben die Zeiten überdauert. Falls jemand (wie ich) Digitalisierungen vom Mikrofilm gräßlich findet, mit englisch besser zurecht kommt und eine kundige Einführung und Kommentierung zu schätzen weiß, ist Forbidden Rites von Richard Kieckhefer lohnende Lektüre. Das Werk steht frei bei archive.org als PDF zur Verfügung, ebenso in verschiedenen Ebook-Formaten (via Calibre auf Kindle getetet und für sehr gut befunden). Was wohl der Autor jener Zauberschrift dazu gesagt hätte, dass man sein Werk einmal in Sekundenschnelle selbst am anderen Ende der Welt lesen wird lesen können?

Brandenburgica

Brandenburgica

Brandenburg ist ein Land, das relativ wenige Hexenprozesse erlebt hat. Meist handelt es sich um Einzelfälle, die sich nicht zu Verfolgungswellen ausgewachsen haben. Die Gesamtzahl dürfte wohl sogar noch geringer als in Sachsen sein. Da es bislang keine Gesamtübersicht zum Thema gibt, bieten die beste Annäherung an die regionalen Verhältnisse die historischen Porträts brandenburgischer Landschaften von Lieselott Enders, in denen jeweils einschlägige Kapitel Zauberei und Hexenwahn bzw. Volksglaube und Volksmagie beleuchten. Diese auch anderweitig sehr lesenswerten Monographien gibt es für drei der fünf Kernregionen Brandenburgs (es fehlen die Mittel- und die Neumark), und erfreulicherweise sind sie neuerdings neben weiteren Veröffentlichungen des Brandenburgischen Landeshauptarchivs  als PDFs frei zugänglich.

Katalog Utrecht/Brügge 2016

Katalog Utrecht/Brügge 2016

2016 fand eine Ausstellung mit dem Titel Bruegels Hexen in Utrecht und Brügge statt. Der opulent bebilderte Katalog (in englischer Sprache) von Renilde Vervoort steht als PDF bei Researchgate zum freien Download zur Verfügung und ist wirklich sehenswert. Besonders wohltuend ist, dass auf längst totzitierte Bildzeugnisse (Molitor, Guazzo) weitestgehend verzichtet wurde. Stattdessen findet man manches noch kaum bekannte Exponat, darunter einige volkskundlich interessante Stücke. Mit dem Namenspatron hat die Sache indes eher weniger zu tun. Aber für den gibt es ja andere gigantische Angebote.